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Informationen zu den Nominierten

Frauencafé achtbar Tübingen e.V.
CSD Ulm/Neu Ulm e.V.
Redaktion Schwulfunk des Freien Radios Stuttgart

Dekan Hans-Peter Ehrlich
Marco Schreier
Robino Zepf


Die nominierten Gruppen

Frauencafé achtbar Tübingen e.V
Mit dem Frauencafe achtbar besteht seit vielen Jahren ein freier und sicherer Raum für Frauen in Tübingen.
Ein Sprichwort innerhalb der schwul-lesbischen Szene besagt: „Schwule Männer treffen sich an Orten, lesbische Frauen treffen sich in Netzwerken." Daher wurde oft das Bedürfnis von schwulen Männern nach eigenen Räumen in Form von Gaststätten, Kneipen, Discos oder gar Saunen als selbstverständlich angesehen. Das Bedürfnis von Frauen nach eigenen Orten oder „Raum für die eigenen Füße", wie es die Aufklärerin und frühe Frauenrechtlerin Rahel Varnhagen nannte, wurde und wird oft nicht wahrgenommen und sogar verneint. Die Frauen vom Frauencafe achtbar haben vielen Widrigkeiten zum Trotz einen Raum geschaffen, der vielen einzelnen Frauen und einer ganzen Liste von Frauen- und Lesbengruppen den Raum gibt, den sie brauchten und brauchen.
Seit 1983 wird das Frauencafe ehrenamtlich betrieben.
Mit der Verleihung des Rosa Detlef soll diese Arbeit in der lesbischen Gemeinschaft geehrt und hervorgehoben werden.


CSD Ulm/Neu Ulm e.V.
Nominiert wurden die Macherinnen und Macher des CSD Ulm/Neu Ulm für ihren Mut, ihre Bereitschaft Neues zu wagen und auch für die viele Arbeit, die so ein Projekt bedeutet. Es ist der Mut, am je eigenen Ort öffentlich als Teil der Schwul-Lesbisch-Bi-Trans-Gemeinschaft aufzutreten. Ulm und Neu-Ulm, sind zwar große Städte, aber sie sind doch auch eine kleine Gemeinschaft, und der Forderung nach Gleichberechtigung Stimme zu verleihen, erfordert Mut. Es ist die Bereitschaft, aufzubrechen, und die Idee und den Geist des Christopher Street Days nicht einfach der Landeshauptstadt zu überlassen, sondern dort, wo man und frau leben, neue Ideen zu wagen, neue Worte zu finden und viele neue Menschen anzusprechen. Mit viel Kreativität und großem Einsatz hat das der CSD Ulm/Neu Ulm in den letzten Jahren getan. Und es ist schließlich die viele Arbeit, die das bedeutet: die vielen Stunden der Vorbereitung, der Diskussion, des Aufbauens und nachher wieder Aufräumens. Es ist die Arbeit von vielen Gesprächen, in denen Menschen überzeugt und dazu motiviert werden wollen, mitzumachen. Und es ist schließlich das Risiko, das immer mit neuen Ideen verbunden ist.
Mit dem CSD Ulm/Neu Ulm freuen wir uns, eine weitere Nominierung zu haben, die unabhängig von den Stadtgrenzen der Landeshauptstadt Stuttgart ist.


Redaktion Schwulfunk des Freien Radios Stuttgart
Seit vielen, vielen Jahren verbringt eine Gruppe von engagierten Menschen treu jeden Sonntag Abend von 20 bis 22 Uhr ihre Zeit in einem kleinen Radiostudio hinter einem Mikrofon und sendet ihre Sendungen hinaus in den Äther. In Sendungen mit so bunten und vielfältigen Namen wie Queerköpfe, Regenbogenschaft, der dritte Sonntag (reloaded), SchwulFUNK jour fixe und MiXXed senden sie eine ganze Bandbreite an verschiedenen Radioformaten. Hier werden Themen der Szene aufgegriffen, finden Radiodiskussionen mit Vertretern dieser Szene statt und große Ereignisse der Szene werden begleitet und kommentiert. Und immer wieder wird ein kreatives und besonderes Musikprogramm in die Sendungen eingebaut. Durch eine starke Präsenz im Internet, sowohl mit einem Webstream als auch mit einem ausführlichen Terminkalender auf der Webseite, ist der schwulfunk für viele Menschen eine wichtige Informationsquelle und Verbindung zur Schwul-Lesbisch-Bi-Trans-Szene in und um Stuttgart. Besonders erwähnenswert ist die Selbstverpflichtung, mit der die Macher/innen dieses Programms ihren Dienst tun. Die Sendungen müssen vorbereitet werden und werden dann live gesendet. Und das heißt, dass sie oft allein hinter dem Mikro sind, ohne je sicher wissen zu können, wen sie gerade draußen in der Welt erreichen.
 

Die nominierten Einzelpersonen

Dekan Hans-Peter Ehrlich

Diese Nominierung ist auch für uns eine mutige. Sie kam sowohl aus der Szene als auch aus der Landeskirche selber. Nominiert wurde Dekan Ehrlich wegen seiner Bereitschaft, zum Thema Homosexualität Stellung zu beziehen. Er hat immer wieder, bei Veranstaltungen und auch in Interviews als Vertreter der Kirche das Wort ergriffen. Hier scheute er sich nicht, etwa der AIDS-Hilfe ein Interview zu geben oder auf dem CSD zu sprechen und damit mehr zu tun als viele andere oder als er hätte tun müssen.
Besonders wichtig sind aber die Dinge, die er „hinter der Bühne" getan hat und die nicht so einfach in öffentliche Worte gefasst werden können. Seelsorge, Unterstützung von lesbischen Pfarrerinnen und schwulen Pfarrern, Hilfe bei der Bewältigung von „Kirchenpolitik", ein offenes Ohr für Eltern von homosexuellen Kindern. Es gibt vieles, was hier erzählt werden könnte, das aber nicht wirklich in der Öffentlichkeit stattgefunden hat.
Er hat daran teilgenommen, die Kirche auf einen Weg der Veränderung zu bringen. Oft sind diese Veränderungen nicht einfach sichtbar zu machen, aber wenn wir nur ein paar Jahrzehnte zurückblicken und dann die heutige Situation von Schwulen und Lesben anschauen, sehen wir die Veränderungen. Hier hat Dekan Ehrlich einen guten Anteil an der Veränderung in der Evangelischen Landeskirche Württemberg.


Marco Schreier, Paradeleiter des CSD Stuttgart
Es gibt Aufgaben in der Szene, die einen nach vorne stellen, dorthin, wo das Licht der Scheinwerfer ist. Es gibt aber auch Aufgaben, die erfordern, dass jemand im wahrsten Sinne „vorne draus" läuft und wo hauptsächlich Verantwortung und harte Arbeit zu finden ist. Als Paradeleiter erfüllt Marco Schreier seit nunmehr über 10 Jahren eine solche Aufgabe beim CSD Stuttgart. Nicht erst bei der jährlichen Einweisung der Gruppen für die Parade beginnt diese Arbeit. Schon im Vorfeld sind Kontakte mit der Stadt und der Polizei zu pflegen, sind rechtliche Probleme und Anforderungen einer Großveranstaltung mit weit über 1.500 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern und um die 200.000 Zuschauern zu klären und zu bedenken. Am Tag der Parade geht es dann wieder um die Sicherheit der Fahrzeuge, darum, dass die Anforderungen von Stadt, Polizei und CSD erfüllt werden und dass alle ihren Platz in der Parade finden. Oft müssen auch klare, schnelle und harte Entscheidungen gefällt und das eine oder andere Mal auch Konfliktsituationen entschärft werden. All das tut Marco Schreier, jenseits der Scheinwerfer, mit großer Sachkenntnis, mit viel Ruhe und Autorität, aber immer freundlich und um der Sache willen. Es ist eine besondere Aufgabe, ohne die aber das ganze Fest nicht stattfinden könnte.


Robino Zepf und sein Projekt „Stop! Homophobie"
„Vorurteilen, Beleidigungen und sogar Bedrohungen, diesen Dingen sind viele homosexuelle Menschen selbst in der heutigen Zeit immer noch ausgesetzt." So beginnt die Webseite und damit auch die Geschichte von Robino Zepf. Aus eigener schlechter Erfahrung setzt er sich aktiv und kreativ gegen Homophobie ein.
Der 19-Jährige hat mit „Stop!Homophobie" eine bundesweite Kampagne ins Leben gerufen. Als Digital Native setzt er insbesondere auf die neuen Medien, um bei jungen Menschen für mehr Toleranz und Akzeptanz zu werben. Gerade die neuen Medien geben leider vielen Jugendlichen scheinbar freie Bahn, andere in der Anonymität des World Wide Web zu diffamieren und sie auszugrenzen. Als junger Mensch spricht Robino Zepf die Sprache derer, die mit den Möglichkeiten von Facebook, Twitter, E-Mail und Internet aufwachsen. So setzt er sich online, aber auch in der realen Welt für die Menschen ein, die Hilfe brauchen. Er ist der bislang jüngste Nominierte und damit ein gutes Beispiel, dass die junge Generation ganz eigene neue Wege des politisch Aktiv-Seins finden wird.



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