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Informationen zu den Nominierten

CSD Konstanz e.V.
Frauen-Café La Strada und das Café Strichpunkt
Transident X e.V.
Kurt Fuchs
Tanja Günther
Erwin Staudt

Die nominierten Gruppen

CSD Konstanz e.V.
Einen CSD zu organisieren ist viel Arbeit, erfordert großen Einsatz, braucht persönlichen Mut, unternehmerische Risikobereitschaft und Weitblick auch Einzelner und ein gehörig Maß an Durchhaltevermögen.
Das ist sicher auch wahr für die großen, etablierten CSDs wie etwa den in Stuttgart. Ganz besonders wahr wird es aber, wenn dieser CSD außerhalb der großen Stadt stattfindet.
Wenn er organisiert und gefeiert wird in einer Struktur, die kleinteiliger ist, wo die umgebende schwul/lesbische Szene kleiner ist, und Unterstützung schwer zu erhalten ist. In solchen Gegenden und Strukturen ist ein CSD nicht nur ein einmaliges Fest, sondern muss Energie geben für schwul/lesbisches Leben das Jahr über.
Der CSD Konstanz hat das in vorbildlicher Weise in den vergangenen Jahren sogar als einziger grenz-überschreitender CSD getan. Er ist damit ein wichtiger Beitrag für LSBTTIQ-Leben dort, wo die Menschen leben: nicht nur in den großen Städten, sondern überall.
Der CSD Konstanz bringt die CSD-Erfahrung und die CSD-Forderung von Toleranz, Freiheit und gelebter Vielfalt zu den Menschen.


Frauen-Café La Strada und das Café Strichpunkt
Einen sicheren Ort haben, wo man oder frau einfach hingehen, heimkommen kann, wo man sich sicher fühlen und einfach man selber sein kann:
Das ist für viele von uns selbstverständlich.
Für viele andere Menschen ist das nicht so. Ihr Arbeitsplatz ist die Straße, die Ware, die sie anbieten ist der eigene Körper. Das Frauen-Café La Strada und das Café Strichpunkt bieten weiblichen und männlichen Prostituierten einen sicheren Ort in der Stadt, wo sie hingehen können, Unterstützung erhalten und als Menschen wahrgenommen werden.
Ein Ort, der Sicherheit bietet vor dem Markt der Straße.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die Prostituieren selber schaffen einen Ort, der geschützt ist und an dem Hilfe auf ganz verschiedener Ebene angeboten wird. Und es ist ein Ort, der Sichtbarkeit schafft für einen Teil unserer – auch unserer schwulen – Gesellschaft, den viele gerne unsichtbar und verborgen halten würden, in den Grauzonen und Dämmerungen unserer bürgerlichen Welt.
Mit dem Frauen-Café La Strada und Café Strichpunkt exis­tiert ein Ort, wo Menschen Menschen sein dürfen, und nicht verfügbar sein müssen. Diese Nominierung ist auch ein Aufruf an uns und die Politik dieser Stadt, diesen Ort des Schutzes weiterhin zu schützen und zu fördern.


Transident X e.V.
Eine Gruppe muss nicht groß, mächtig, berühmt oder gar glamourös sein, um einen Unterschied im Leben von Menschen zu machen.
TransidentX e.V. ist so eine dieser kleinen Gruppen, die aber einen riesigen Unterschied für Menschen machen. Nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen sich hier Trans-Männer und Trans-Frauen gegenseitig.
Nicht alleine zu sein, gehört zu werden, die eigene Geschichte erzählen dürfen und vor allem sich selber zu finden – das ist, was an diesem Ort und in dieser Zeit geschieht.
Ohne eine große Organisation, stattdessen mit viel Einsatz und Mut treffen sich hier transidente und intersexuelle Menschen als diejenigen, die sie sind. Und sie helfen anderen, vieles besser zu verstehen: bei Vorträgen, in persönlichen Gesprächen und bei Veranstaltungen wie etwa der Hocketse der AIDS-Hilfe.
Was vorher unverständliche, fremde Worte waren, wie etwa transsexuell, transident, intersexuell, transgender, gender-queer und viele Worte mehr, da sind nach einer Begegnung mit Transident X Menschen mit Namen, Gesichtern und Geschichten.
Menschen wie Du und ich.


Die nominierten Einzelpersonen

Kurt Fuchs

Dass die Stiftskirche als Bauwerk für Menschen als Ort des Gebetes, der Besinnung, der Pause in der tagtäglichen Hektik oder einfach als kunsthistorisches Zeugnis geöffnet ist, ist nicht unbedingt etwas Besonderes.
Auch dass der Stiftskirchenturm mit seinem Blick über Stuttgart geöffnet ist, ist des Öfteren der Fall.
Dass dies aber als Ort der Besinnung inmitten der CSD-Feiern und der Hocketse der AIDS-Hilfe geschieht – also am Wochenende des Festes, das homosexuelle Menschen in Stuttgart feiern – das ist bemerkens- und ehrenswert.
Mit großem Einsatz, Durchhaltevermögen und großer Überzeugungsarbeit hat Kurt Fuchs als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Stiftskirchengemeinde diese Öffnung angeregt und durchgesetzt. Heute finden in der Stiftskirche zum CSD mehrere Angebote einschließlich Gottesdienst, offener Kirche und Abendsegen statt. So entsteht durch die Idee einzelner ein besonderer Ort an dem zwei scheinbar unterschiedliche Welten spüren können, dass sie zusammengehören.
Kurt Fuchs hat dafür gearbeitet dass dieser Ort existiert, und er gibt ihm ein Gesicht und hat als ehrenamtlicher Mitarbeiter an der Stiftskirche geholfen, Türen zu öffnen und beim CSD Präsenz zu zeigen.


Tanja Günther
Tanja Günther wurde dafür nominiert, dass sie mit ihrer RegenbogenManufaktur hilft, die Szene politischer und bunter zu machen.
Mit immer wieder neuen Ideen und nimmermüdem Einsatz bei kleinen und großen schwul-lesbischen Veranstaltungen setzt sie sich für buntes, politisches Auftreten ein. Seien es Regenbogen in allen Erscheinungsformen vom „A" wie „Aufkleber" bis zum „U" wie „Untersetzer" (das restliche Alphabet fehlt noch) oder andere Ideen, Tanja Günther und ihr Team bieten Produkte für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle – von der Community für die Community.
Wichtiger aber ist ihre Präsenz in der Szene, ihre Bereitschaft günstig zu helfen und vor allem ihr politsicher Einsatz.
Es geht ihr nicht nur um den persönlichen finanziellen Erfolg, sondern sie setzt ihre Kreativität ein, um anderen zu helfen. Ihre T-Shirt-Kollektion „We are part of culture!" ist ein Beispiel dafür. Hier geht ein großer Teil des Erlöses an Hilfs- und Unterstützungsorganisationen im schwul-lesbischen Bereich.


Erwin Staudt
Nominiert ist der ehemalige Präsident des VfB Stuttgart nicht nur für seinen Mut und seine Bereitschaft, die Schirmherrschaft des CSD Stuttgart 2009 zu übernehmen.
Das alleine wäre für einen Vertreter des Profifußballes schon bemerkenswert genug. Grade der Sport, und hier ganz besonders der Fußball, sind Orte, wo es Menschen oft sehr schwer gemacht wird, ein Coming Out zu haben und ihre homosexuelle Orientierung zu leben.
Hier hat Erwin Staudt mit der Schirmherrschaft und seiner Rede anlässlich des CSD ein klares Zeichen der Toleranz gesetzt.
Aber auch im tagtäglichen Umgang mit den Sportlern und vor allem auch den Fußballfans hat er sich wieder und wieder mit klaren Worten und Zeichen Stellung bezogen. Den schwul/lesbischen Fanclub des VfB als „seine" Stuttgarter Jungs zu bezeichnen hat hier eine klare Botschaft in die Fan-Kultur des Fußball geschickt, nämlich dass es im Sport um die gemeinsame Freude am Sport gehen muss und nicht um Homophobie gehen darf.



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